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Pharma- und Armaturenbranche – der Bund fürs Leben
Alles kommuniziert mit allem – ein solcher Produktionsprozess ist in der Pharmaindustrie längst mehr als eine Zukunftsversion. Die digitale Transformation und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz optimieren bereits die ersten Pharmaanlagen. Gute Nachrichten für eine Branche, die in vielen Ländern zu den Säulen einer Volkswirtschaft gehört.
Die Pharmabranche forciert die digitale Transformation ihrer Labore, um sie effizienter und nachhaltiger auszurichten. „Große Pharma-Unternehmen planen, ihre Investitionen in die Labortransformation bis 2025 beinahe zu verdoppeln – von heute 4 Prozent auf bis zu 7 Prozent ihres Umsatzes“, berichtet das Capgemini Research Institute (CRI). Fast 75 Prozent der Arzneimittelkonzerne hätten bereits mit der Modernisierung ihrer Labore begonnen.
„Der Kostendruck und die internationale Konkurrenz steigen“, erläutert das Unternehmen Baelz, ein Anbieter von unter anderem Ventilen, Antrieben und Sensoren. Um in einem herausfordernden Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, wird daher zunehmend auf Digitalisierung gesetzt. „Sowohl in der Nutzung der Armaturen als auch in der Verwaltung des Anlagenparks ist sie nicht wegzudenken“, berichtet Baelz. Alles kommuniziere mit allem.
Automatisierung und Digitalisierung als Schlüssel
Automatisierung und Digitalisierung schreiten voran – eine Entwicklung, die auch Baelz beobachtet. So investierte ein Pharma-Unternehmen rund 275 Millionen Euro in eine hochautomatisierte Modellfabrik für Arzneimittel zur Behandlung von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Dank dem modularen Aufbau ist es möglich, die Produktion schnell zu erweitern oder umzustellen“, so Baelz.
Um Frischdampf für die Herstellung der Arzneimittel in dem neuen Produktionsgebäude bereitzustellen, wurde eine Baelz Reindampferzeuger-Station konzipiert. „Raffinierte Regelungs- und Sicherheitsfunktionen sowie eine integrierte automatische Absalzung und Abschlammung sorgen für den reibungslosen und wirtschaftlichen Betrieb“, erläutert Baelz.
Den Energiebedarf optimieren
Als Herausforderung für die Pharmaindustrie erweisen sich erhöhte Energiepreise. Die Branche handelt daher und installiert neue Anlagen oder optimiert beim Energiebedarf bestehende Anlagen. Bürkert hat vor diesem Hintergrund Produkte entwickelt, die sowohl energiesparender herzustellen sind als auch im späteren Einsatz den Energieverbrauch senken. Daher investiert Bürkert kontinuierlich in die Entwicklung der Komponenten. Außerdem versucht das Unternehmen darüber hinaus in Systemlösungen zu denken, die dem Kunden einen gesteigerten Mehrwert bieten. Ein Beispiel dafür ist der Durchflusssensor FLOWave: „Die Verwendung eines neuartigen physikalischen Sensorprinzips ermöglicht es uns, einen hygienischen, materialsparenden und sehr genauen Durchflusssensor zu launchen.“
Sterile, aseptische und hygienische Prozesse
Vielfältige Pharma-Prozesse benötigen Sicherheitsventile in einer Vielzahl von Werkstoffen und Größen. „Gerade in den Kernprozessen für das Endprodukt besteht ein Bedarf an speziellen Ventilen, die eine einfache Prozessintegration mit der Möglichkeit der Reinigung (CIP) oder Sterilisation (SIP) bieten“, erläutert der Ventilhersteller LESER. „Sicherheitsventile für diese Anwendungen müssen Kontaminationen von außen vermeiden.“
Mit der Baureihe Clean Service entwickelte LESER Sicherheitsventile, „die alle Anforderungen der Pharmaindustrie erfüllen“. Der geringe Totraum und die spaltfreie Innenkonstruktion ermöglichen „ein hohes Maß an Sauberkeit“. Die Ventile können während der Reinigung mit der vorhandenen pneumatischen Anlüftung automatisch geöffnet werden.
Die Ventile müssen hohe Anforderungen in sterilen, aseptischen und hygienischen Prozessen erfüllen. Da die Produkt- und Prozesssicherheit in diesen Anwendungen höchste Priorität genießt, hat der Industriekonzern GEA seine Aseptikventile mit einem hermetischen Dichtelement ausgestattet, um das Eindringen von Mikroorganismen in einen sterilen Prozess zu verhindern. Benötigt werden zahlreiche Ventiltypen. Das Spektrum reicht beispielsweise von Absperr- über Doppelsitz- und Tankbodenventilen bis hin zu einem umfangreichen Portfolio an Spezialventilen.
Schnell, sicher und kosteneffizient
Armaturen werden angesichts einer starken und sich wandelnden Pharmaindustrie zahlreich nachgefragt. So hat auch die zur KSB-Gruppe gehörende SISTO Armaturen S.A. für ein französisches Pharmaunternehmen eine automatisierte Medienpanel-Lösung für die Produktion von Immunsuppressiva entwickelt. Um die mit der manuellen Handhabung verbundenen Risiken zu beseitigen, entwickelte SISTO das Medienpanel als kompaktes, strömungsoptimiertes Mehrwege-Blockmembranventil. Ausgestattet mit Pneumatikantrieben sowie elektronischen Rückmeldeeinheiten, automatisiert und optimiert es die Produktionsprozesse. „So können diese schneller und sicherer sowie kosteneffizienter ablaufen“, betont SISTO.
Investitionen in moderne Pharmaanlagen
Die Bereitschaft der Pharmaindustrie, sich mittels Investitionen auf die wachsende Branche mit gleichzeitig steigenden Anforderungen einzustellen, ist groß. Das zeigen zahlreiche Projekte. So hat Pfizer mit einem Investitionsvolumen von knapp 300 Millionen Euro sein bestehendes Werk zu einer der – laut Unternehmensangaben – weltweit modernsten Produktionsstätten der pharmazeutischen Industrie nach Industrie 4.0-Maßstäben ausgebaut. In der „HighCon“-Fabrik werden für den Weltmarkt Medikamente zur Behandlung von beispielsweise Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Covid-19 effizient hergestellt.
Die HighCon-Anlage ermöglicht einen hoch automatisierten und gleichzeitig nachhaltigen Produktionsprozess. Pfizer: „Alle Maschinen und Abläufe sind intelligent mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien vernetzt, wodurch das Freiburger Pfizer Werk flexibler, schneller und ressourcenschonender produzieren kann.“
Versorgungssicherheit stärken
Sanofi errichtet eine hochmoderne Insulinproduktionsanlage auf rund 36.000 Quadratmetern in Frankfurt. „Ziel ist es, die langfristige Versorgung mit lebensnotwendigem Insulin zu sichern und die europäische Versorgungssicherheit zu stärken“, erläutert das Unternehmen. Die Investition beträgt bis 2029 etwa 1,3 Milliarden Euro. Auch diese Anlage wird mit einer großen Automatisierungstiefe ausgestattet und soll höchste Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
Auch Merck investiert nachhaltig. Das Unternehmen erweitert seine ADC-Produktionskapazitäten in St. Louis, USA, durch die Investition von 70 Millionen Euro. Die Kapazitäten zur ADC-Herstellung (Antikörper-Wirkstoff-Konjugate) für Krebspatienten werden verdreifacht und die Labore modernisiert. Solche Investitionen der Pharmaindustrie sind auch Investitionen in die Gesundung von Menschen. Die Armaturenbranche ist ein Teil des Bundes fürs Leben und hilft als Zulieferin mitunter auch, Leben zu retten.
Trends und Highlights aus dem Industriebereich Armaturen sind auf der VALVE WORLD EXPO vom 1. bis 3. Dezember 2026 in Düsseldorf zu erleben. Aktuelle Branchen- und Produktinformationen befinden sich im Internetportal unter www.valveworldexpo.de.
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