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Im Mittelpunkt der Mensch
Zum 100. Geburtstag von Dorothee Bürkert
Am 19. August 2026 wäre die Unternehmerin und Stifterin Dorothee Bürkert 100 Jahre alt geworden. Sie führte das Ingelfinger Familienunternehmen Bürkert Fluid Control Systems nach dem Unfalltod ihres Mannes weiter, prägte es über drei Jahrzehnte mit einer neuen Mitarbeiterkultur – und schuf mit ihrer Stiftung ein Vermächtnis, das bis heute fortwirkt.
Ingelfingen, 03.08. – Als Firmengründer Christian Bürkert im Oktober 1971 bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam, gaben viele dem mittelständischen Unternehmen kaum eine Überlebenschance: Das Land steckte in der Rezession, Rücklagen gab es so gut wie keine. Für Dorothee Bürkert aber war die Entscheidung klar – sie führte das Unternehmen weiter, statt es zu verkaufen. „Ein bezeichnendes Merkmal Dorles war Treue“, sagt ihr Bruder Ulrich Gauss, ehemals Oberbürgermeister von Waiblingen und heute 94, über seine Schwester. „Für sie kam es praktisch nicht infrage zu sagen: Ich höre auf, weil es schwierig wird.“
Weitsichtig handelte Dorothee Bürkert auch innerhalb des Unternehmens. Unter ihrer Führung wandelte sich die eher patriarchalisch geprägte Firma zu einer kooperativen Organisation. Schon 1984 verankerte sie Führungsgrundsätze, die den Menschen ins Zentrum stellten – lange bevor Mitarbeiterorientierung zum wirtschaftlichen Schlagwort wurde. Ihre Haltung brachte sie unmissverständlich auf den Punkt: „Wenn dem Management nichts Besseres einfällt, als aus Kostengründen in Billiglohnländer zu gehen, dann sollten nicht die Mitarbeiter entlassen werden, sondern das Management.“ Statt wie viele Unternehmen in den 1990er-Jahren die Produktion ins Ausland zu verlagern, schuf Bürkert flexible Strukturen in der Region – ohne Entlassungen.
Das Wirken der studierten Pharmazeutin reichte weit über die Werkstore hinaus. Bereits 1978 gründete Dorothee Bürkert eine gemeinnützige Stiftung und verwirklichte damit die Idee ihres Mannes, Erträge des Unternehmens dem Gemeinwohl zugutekommen zu lassen. Dieses Vermächtnis wird bis heute fortgeführt: 2024 wurde die „Christian und Dorothee Bürkert Stiftung“ errichtet, auf welche die Beteiligung an der Unternehmensgruppe übertragen wurde. Seither trägt die Stiftung auch ihren Namen.
Für ihr erfolgreiches unternehmerisches Handeln wurde Dorothee Bürkert 1996 mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg geehrt, die Stadt Ingelfingen ernannte sie zur Ehrenbürgerin. Bei alldem blieb sie auffallend bescheiden und drängte sich nie in den Vordergrund. Ihre Aufmerksamkeit galt den Menschen: Sie kannte die Namen der Auszubildenden, begrüßte jeden mit einem persönlichen „Wie geht’s Ihnen?“ und richtete eine „Freud-und-Leid-Kasse“ ein, aus der Beschäftigte in Notlagen Unterstützung erhielten.
Dorothee Bürkert starb am 19. Juli 2012, einen Monat vor ihrem 86. Geburtstag.
Über die Christian und Dorothee Bürkert Stiftung
Die gemeinnützige Christian und Dorothee Bürkert Stiftung mit Sitz in Ingelfingen geht auf die 1978 von Dorothee Bürkert gegründete Christian Bürkert Stiftung zurück. Sie fördert junge Talente, engagiert sich für faire Bildungschancen und unterstützt Forschungsprojekte. Im Umfeld der Standorte des Unternehmens setzt sie sich für soziale und kulturelle Projekte ein.
Über Bürkert Fluid Control Systems
Bürkert Fluid Control Systems mit Sitz in Ingelfingen zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik für Flüssigkeiten und Gase. Das 1946 von Christian Bürkert gegründete Familienunternehmen beschäftigt weltweit mehr als 3.700 Mitarbeitende und unterhält Produktionsstandorte in Deutschland, Frankreich, China, den USA und Indien.
Bürkert GmbH & Co. KG
74653 Ingelfingen
Deutschland








