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Autor
Klaus Eckardt

Seit 20 Jahren für sichere Reinräume unterwegs

Ingenieurbüro Egon Buchta feiert Firmenjubiläum und eröffnet Außenstelle in Dresden

Rund 30 Jahre arbeitet Egon Buchta schon in der Reinraumbranche. 1994 machte er sich selbstständig als Dienstleister für die Wartung und Qualifizierung von Reinräumen, seit 2004 führt er sein Unternehmen als GmbH mit Sitz im baden-württembergischen Wannweil. Im Jahr des 20-jährigen Firmenbestehens eröffnete er nun in Dresden eine Außenstelle seiner „Ingenieurbüro & Reinraumservice Egon Buchta GmbH“. „Dort bieten wir jetzt auch Hygiene- und GMP-Beratungen an“, erklärt der Gesellschafter und Geschäftsführer.

Mit dem Sprung nach Dresden reagierte Buchta auf die immer stärkere Nachfrage in den Bundesländern Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. „Wir sind jetzt noch näher an unseren Kunden dran und können sie noch schneller unterstützen.“ Mit der Gründung der Außenstelle erhöhte er die Zahl der festangestellten Mitarbeiter von 10 auf 12, eine weitere Aufstockung ist schon in Planung.

Als der heute 58-Jährige Diplom-Ingenieur (FH) seine Unternehmerkarriere vor gut 20 Jahren in seinem Wohnhaus in Reutlingen begann, bot er als einziger in Deutschland einen herstellerunabhängigen Service für Reinräume an. Schon damals entschied sich Buchta ganz bewusst gegen den Handel mit Geräten und Zubehör: „Die Unabhängigkeit ist seit jeher meine Stärke! Ich möchte dem Kunden immer das Produkt empfehlen, das am besten zu seinen Bedürfnissen passt – und nicht das, das ich gerade im Sortiment habe.“

Fragt man Egon Buchta, was sich in den letzten 20 Jahren in der Branche verändert hat, fallen ihm spontan zwei Dinge ein: „Die Messgeräte, mit denen wir arbeiten, werden immer kleiner und das Papier, das wir bedrucken, wird immer mehr.“ Kein Wunder also, dass das Kürzel GMP oft mit „give more paper“ statt mit „Good Manufacturing Practice“ übersetzt wird.

Doch Spaß beiseite. Egon Buchta möchte nicht zurück in die Zeiten, in denen Reinraumprüfungen kaum dokumentiert wurden. „Ich habe meinen Kunden von Anfang an umfangreiche Prüfprotokolle ausgehändigt, damit sie nachvollziehen konnten, was ich untersucht hatte.“ Schließlich hängt viel davon ab, dass die Reinräume, in denen beispielsweise hochwirksame Medikamente hergestellt werden, wirklich steril sind. „Das gilt nicht nur für die Patienten, die die Medizin bekommen, sondern auch für die Mitarbeiter, die sie herstellen.“

Blickt man in Buchtas Geschäftsräume, so sieht man in der Regel nur wenige Mitarbeiter an ihren Schreibtischen. „Unser Arbeitsplatz ist beim Kunden“, sagt der Chef. Diese Kunden sind so vielfältig wie die gesamte Branche: „Unser wichtigstes Standbein sind Service- und Wartungsarbeiten. Die führen wir für kleine Apotheken, die gelegentlich Zytostatika herstellen, ebenso durch wie für Großunternehmen wie Boehringer Ingelheim in Biberach, Sanofi, Qiagen oder Baxter, um nur einige zu nennen.“ Ganz wichtig ist Egon Buchta, flexibel auf die Bedürfnisse seiner Kunden zu reagieren. „Wenn es irgendwo brennt, kommen wir so schnell es geht.“ Aus diesem Ansatz heraus entstand auch der Entschluss, im mehr als 500 Kilometer von Wannweil entfernten Dresden eine Außenstelle zu eröffnen und das Angebotsspektrum durch die Hygiene- und GMP-Beratung zu erweitern.

Weil Qualität in Egon Buchtas Werteskala ganz oben steht, engagiert er sich seit 1985 im Arbeitskreis Zytostatika-Werkbänke im Normenausschuss Laborgeräte und Laboreinrichtungen im DIN. Seit dem Jahr 2000 fungiert er dort als Obmann. Zudem liegt ihm die Qualifizierung von Reinraum-Servicetechnikern am Herzen. „Unsere Branche ist zu klein, um einen eigenen Ausbildungsberuf zu schaffen“, sagt der Firmenchef, „umso wichtiger sind Fortbildungen, wie sie die IHK Mittlerer Niederrhein in Neuss und der TÜV Nord anbieten. Bei der IHK ist Buchta seit vielen Jahren als Referent dabei. Er selbst fuhr zu seiner ersten Zusatzqualifizierung 1994 noch nach England. Am King’s College der University of London erwarb er damals ein Diplom in „Testing Containment Systems“.

Kein Wunder, dass er gereizt reagiert, wenn er auf grobe Nachlässigkeiten oder offensichtliche Fehler stößt. So entdeckte Buchta vor einiger Zeit bei einer Reinraum-Wartung, dass ein anderes Serviceunternehmen Filter eingebaut hatte, deren Ansätze nicht passten – was zu einem erhöhten Kontaminationsrisiko führte. Wenig später schockierte ihn der nächste Fall: Ein ihm bislang unbekannter „Kollege“ hatte Buchtas Vorlage für Messprotokolle kopiert und nicht einmal den Firmennamen verändert. Bei den Daten, die in das Protokoll eingetragen waren, handelte es sich, so Buchta, größtenteils um irreführende Angaben. Der Service-Unternehmer aus Wannweil will die Sache nun juristisch prüfen lassen. Schließlich sieht er sich auch durch solche Dinge motiviert, seine Kunden auch in Zukunft mit seinem Team optimal zu betreuen.



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