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Zutrittskontrolle im Reinraum
Wenn Sicherheit und Prozessstabilität zusammenspielen
Reinräume sind komplexe Systeme. Prozesse müssen genau abgestimmt sein, und ohne umfangreiches Sicherheitskonzept kann ihre Funktionalität ohne Kontaminationen nicht gewährleistet werden. Es gilt, die Balance zu halten: so viel Sicherheit wie nötig, ohne dass Arbeitsprozesse dadurch gehindert werden und Effizienz verloren geht.
Zutritt ohne Kompromisse
Es ist genau geregelt und genormt, welche Keim- und Partikelkonzentration in einem Reinraum nach entsprechenden Klassen erlaubt ist. Schon kleine Veränderungen können hier zum Problem werden. Die größte Quelle für Verunreinigungen: der Mensch. Daher muss ganz klar geregelt sein, wer sich wann in welchem Bereich aufhalten darf. Unbefugte dürfen auf gar keinen Fall Zutritt erhalten. Bei elektronischen Zutrittssystemen kann über die hinterlegten Personendaten direkt ermittelt werden, ob eine Person die nötige Qualifikation aufweist, um einen Bereich zu betreten.
Ein modernes Zutrittskontrollsystem ist daher unabdingbar. Diese Systeme verbinden Praktikabilität mit Sicherheit. Bereiche können nur von Personen betreten werden, die auch wirklich befugt sind. Dabei ist die Entriegelung der Türen besonders schnell und unkompliziert möglich, sodass Abläufe nicht unnötig aufgehalten werden.
Kontaktfreier Zutritt
Gerade, wenn das Personal besondere Schutzkleidung trägt, müssen die Schleusen einfach, präzise und ohne Berührungspunkte geöffnet werden können. Dafür kommen Technologien wie Gesichtserkennung oder Handvenenscanner zum Einsatz.
Damit keine Kontamination aus der Außenwelt in den Reinraum gelangen kann, müssen beide Seiten einer Personenschleuse perfekt harmonieren, damit niemals beide Türen gleichzeitig geöffnet werden. Intelligente Schleusensysteme stellen das sicher.
Durch viele elektronische Türsysteme können die Abläufe zudem im Nachhinein präzise nachvollzogen werden, sodass im Problemfall klar ist, wer sich wann wo aufgehalten hat. Jede Aktivierung des Systems, jeder Zutritt wird nämlich im System gespeichert und kann nachher kontrolliert werden.
Temporäre Zutrittserlaubnis
Ein Vorteil heutiger Zutrittssysteme ist ihre Flexibilität. Durch eine umfassende Systemintegration mit Zeiterfassungssystemen und Schichtplänen kann der Zutritt für Personen zeitlich limitiert werden. Eben für die Dauer der Schicht, sodass sichergestellt wird, dass sich nicht zu viele Personen in einem Bereich befinden und einander behindern.
Cybersicherheit
Die technischen Möglichkeiten bringen große Vorteile und Erleichterungen im Arbeitsalltag. Gleichzeitig kommen damit aber auch neue Sicherheitsebenen, die beachtet werden müssen. Die smarten Systeme basieren schließlich auf den hinterlegten Personendaten. Diese Daten gilt es effektiv zu schützen.
Und auch die Systeme an sich müssen durch eine starke Cybersicherheit geschützt werden. Kommt es zu einem erfolgreichen Hackerangriff, könnten sonst Unbefugte Zutritt erhalten und eine Kontamination des Reinraums könnte nicht mehr ausgeschlossen werden. Eine grundlegende Maßnahme, damit Sicherheit und Stabilität bei den Arbeitsprozessen gewährleistet werden, ist daher eine klare Trennung des Zutrittskontrollsystems vom regulären Unternehmensnetzwerk und von externen Verbindungen.
Es muss aber gar nicht immer um aktive Cyberangriffe gehen, weshalb ein reibungslos funktionierendes IT-Umfeld wichtig ist. Auch die Funktionalität der Personenschleusen hängt maßgeblich davon ab, dass die technischen Systeme alles korrekt erfassen und sicherstellen, dass immer nur die richtigen Schleusen geöffnet werden.
Stabilität im Krisenfall
Beim Sicherheitskonzept treffen im Ernstfall mit dem Anspruch auf Personenschutz und Objektschutz zwei Dinge aufeinander, die in Einklang gebracht werden müssen. Natürlich hat die Sicherheit des Personals immer oberste Priorität. Kommt es zu einem Brand oder Gasaustritt, können die Mitarbeiter bei der Evakuierung nicht den regulären Schleusungsprozess durchlaufen. Das würde zu viel Zeit kosten und sie in Gefahr bringen.
Heutige Steuerungssysteme haben dafür Notfallschaltungen, die an die Brandmeldeanlage gekoppelt sind. Kommt es zu einem Brand, werden die sonst verschlossenen Türen sofort entriegelt und das Personal kann evakuieren.
Gleiches passiert auch, wenn der Strom ausfällt. Auch dann können Mitarbeiter den Reinraum ohne elektronische Verifizierung und Autorisierung verlassen.
Damit in solchen Fällen möglichst keine gefährlichen Stoffe aus dem Reinraum ins Äußere gelangen (oder teilweise auch andersherum), können moderne Gebäudemanagementsysteme sofort die Zu- und Abluftsteuerung so anpassen, dass die Gefahrenlage in der akuten Situation ohne Zeitverzug bestmöglich entschärft wird. Ein Vorteil smarter Abluftmanagementsysteme ist auch, dass sie die Energiekosten senken können.
Fazit
Moderne Zutrittskontrollen sind neben anderen Aspekten der Prozesssicherheit für den effizienten und sicheren Betrieb von Reinräumen kein Nice-to-have. Stattdessen sind sie ein Grundpfeiler eines funktionierenden Arbeitsprozesses. Nur wenn die Zutrittssysteme einerseits für die nötige Sicherheit sorgen und andererseits die Geschäftsprozesse nicht hindern, ist dem Unternehmen wirklich geholfen. In den vergangenen Jahren wurden die Zutrittssysteme stetig weiterentwickelt, sodass sie mittlerweile nicht mehr den Anspruch haben, Prozesse möglichst wenig aufzuhalten, sondern vielmehr aktiv dazu beitragen, dass sie effizient laufen. Entscheidend sind eine sinnvolle Implementierung im Firmenumfeld und ausreichende Sicherheitsmaßnahmen, was die Cybersecurity betrifft.
Über den Autor
Nils Ott befasst sich als freiberuflicher Texter seit Jahren mit ganz unterschiedlichen Themenbereichen, zu denen auch verschiedene Aspekte aus der Tech-Welt zählen. Unter anderem schreibt er Artikel zu Themen wie Sicherheitstechnik, landwirtschaftlichen Technologien oder Hausmodernisierung und Smarthome im Allgemeinen.
Nils Ott
13347 Berlin
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