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Wenn Reinräume mitwachsen: Modulare Erweiterung für den Mikrospritzguss
Produktionsprozesse in der Medizintechnik entwickeln sich stetig weiter – und mit ihnen die Anforderungen an die Reinraumumgebung. Bei Tegra Medical c/o Stamm AG in Hallau (Schweiz) stand genau diese Herausforderung im Fokus. Eine bestehende Reinraumlösung sollte erweitert werden, um Platz für hochpräzisen Mikrospritzguss zu schaffen – schnell, effizient und ohne lange Unterbrechung des laufenden Betriebs.
Schilling Engineering setzte hierfür einen 22 m² großen ISO-7-Reinraumanbau um. Er schließt sich nahtlos an den bestehenden Reinraum an und eröffnet gleichzeitig neue technische Möglichkeiten. Während der Bestandsraum mit einem geschlossenen Plenum arbeitet, wurde die Erweiterung bewusst als offenes System konzipiert. Zwei FFUs mit Bypassgittern übernehmen die Luftführung, versorgt von einem Klimadeckengerät, das gekühlte Luft direkt einspeist. Diese schlanke, durchdachte Lösung verdeutlicht die Anpassungsfähigkeit modularer Reinraumkonzepte.
Im Zentrum des neuen Anbaus steht eine halb integrierte Spritzgießmaschine für den Mikrospritzguss, die das Herzstück eines automatisierten Prozesses bildet. Ein Robotersystem übernimmt das präzise Einlegen und Ablegen feinster Nadeln für die Augenchirurgie – ein sensibler Ablauf, der unter konstant kontrollierten Reinraumbedingungen stattfindet.
Die sorgfältige technische Ausführung zeigt ihren Nutzen im täglichen Betrieb. Für den Werkzeugwechsel wurde ein pneumatisch betriebener Verschiebedeckel in die Decke integriert, sodass der Zugriff von oben möglich ist. Dadurch werden Eingriffe in den Reinraum auf ein Minimum reduziert und die Abläufe bleiben stabil und effizient. Der Zutritt zum Zellenanbau erfolgt in diesem Fall über eine elektrisch verriegelte Schiebetür.
Die Umsetzung des Projekts wurde von den Servicetechnikern der Reinraumfirma während des laufenden Betriebs durchgeführt und konnte effizient realisiert werden. Der bestehende Reinraum war nur für eine Woche außer Betrieb, wurde anschließend erneut qualifiziert und wieder in Betrieb genommen. Während dieser Zeit wurde eine elektrische Tür als Zugang zum neuen Raum in die bestehende Wand eingebaut und in die vorhandene Steuerung integriert, einschließlich der Inbetriebnahme. Anschließend wurde auch der neue Anbau qualifiziert. Perspektivisch sollen beide Bereiche in einem gemeinsamen Qualifizierungsdokument zusammengeführt werden – ein weiterer Schritt hin zu einer ganzheitlich geplanten Reinraumlösung.
Dieses Projekt zeigt, welche Flexibilität modulare Reinraumsysteme bieten. Mit den Lösungen von Schilling Engineering lassen sich Reinräume präzise anpassen und selbst anspruchsvolle Produktionsanlagen problemlos in bestehende Strukturen integrieren. Für Unternehmen in der Medizintechnik bedeutet das Zukunftssicherheit, denn Produktionsprozesse können flexibel erweitert werden, ohne den laufenden Betrieb lange zu unterbrechen.
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