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Autor
Timo Speck

Covid19 – Reinraumtipps




Corona beeinflusst nahezu alle Bereiche des privaten und wirtschaftlichen Lebens. Daher stellt sich auch für bisher als sicher geltende Systeme die Frage, wie die Gefahr einer möglichen Covid19-Übertragung nochmals reduziert werden kann. Durch die tägliche Arbeit in der Reinraumreinigung verfügen spezialisierte Reinigungsunternehmen wie die Mikroclean GmbH aus Grafenberg über einen umfassenden Erfahrungsschatz, den sie den Betreibern von Reinräumen gerne in Form von zielorientierten, einfach umzusetzenden Reinraum-Tipps zur Covid19-Pandemie weitergeben.

Tipp #1 - „Sauber“ in die Schleuse

In Bezug zu Reinräumen zeigen sich die Personalschleusen als besonders neuralgische Punkte. Denn hier findet der Kontakt zwischen der potentiell virenbelasteten Umgebung und dem sicheren, keimfreien Reinraum statt. Doch eine simple Maßnahme bietet die Möglichkeit, eine potentielle Keimbelastung am „schmutzigen“ Ende der Reinraum-Schleuse weiter zu senken und den Durchgang des dort beschäftigten Personals noch sicherer zu gestalten: Die Hygienezone.

Ein klar abgegrenzter Bereich vor der eigentlichen Personalschleuse – die Hygienezone – wird von den Mitarbeitern so betreten, dass ein möglicher Vireneintrag in Richtung Schleuse auf das absolut unvermeidbare Minimum gesenkt wird. Hierzu werden vor Betreten dieser Zone alle nicht erforderlichen Kleidungsstücke, wie etwa Jacken, Straßenschuhe und Kopfbedeckungen abgelegt und durch sterile Schutzkleidung ersetzt. Danach werden die Hände als potentielle Keimträger an bereitstehenden Desinfektionsmittelspendern desinfiziert, sowie ein Haarnetz nebst Mundschutz angelegt. Da die erforderlichen Mittel, also Bodenmarkierungen, Desinfektionsmittel mit Spender, sowie Aufbewahrungsmöglichkeiten für nicht benötigte Kleidung, mit geringem Aufwand eingerichtet werden können und im Reinraumbetrieb ohnehin vielfach vorhanden sind, lässt sich eine solche Hygienezone in aller Regel schnell und ohne nennenswerte Kosten umsetzen.

Darüber hinaus lässt sich die Wirksamkeit der Hygienezone durch organisatorische Festlegungen weiter steigern. Eine reduzierte Durchgangsfrequenz durch Hygienezone und Schleuse mindert die Keimbelastung dieser neuralgischen Bereiche auf das absolut notwenige Minimum. Dasselbe Ziel verfolgt eine Anpassung der Laufwege, um sonstige „Passanten“ ohne direkten Bezug zum Reinraum von vorn herein fernzuhalten. Zuletzt hilft die Zuweisung von Waschbereichen, die Disziplin in Sachen Reinigung und Händewaschen bei allen Personen zu schärfen und hoch zu halten.

Tipp #2 - Die Intervallreinigung

Auch Anpassungen bei der Intervallreinigung eines Reinraumes sind einfach umsetzbar und können dazu beitragen, die Infektionsgefahr weiter zu reduzieren.

Nicht alle Bereiche eines Reinraums werden in gleicher Häufigkeit gereinigt. Wenig beanspruchte Flächen, wie Böden, Wände und Decken, werden seltener gereinigt, als die unmittelbaren Arbeitsbereiche. Aktuell macht es Sinn, die Intervalle auch für diese Flächen zu verkürzen, um sie als potentielle Keimreservoirs auszuschalten und einer möglichen Verunreinigung durch Covid19 und andere Erreger vorzubeugen. Angemessene Reinigungsintervalle können für die besonders sensiblen Schleusen so etwa eine tägliche Bearbeitung sein. Zusätzlich bietet sich eine wöchentliche sporozide Behandlung an. Für Böden empfiehlt sich die wöchentliche Reinigung und für Wände und Decken ein mindestens monatlicher Zyklus.

Ergänzend lässt sich die Wirksamkeit der Intervallreinigung durch einen regelmäßigen Wirkstoffwechsel weiter intensivieren. Wechselnde Desinfektionswirkstoffe vermeiden die Entwicklung von Resistenzen und erhalten die Wirksamkeit der Reinraumreinigung.

Tipp #3 - Das Bekleidungskonzept

Schutzkleidung gehört zu den absoluten Notwendigkeiten der Arbeit im Reinraum. Daher stellt sie auch eine nicht gänzlich vermeidbare Gefahr eines Keimeintrags in den Reinraum dar. Allerdings kann das Risiko einer Kontamination über die Schutzkleidung deutlich reduziert werden.

Abhängig von der Sensibilität eines Reinraumes führen die Beschäftigten ohnehin bereits einen regelmäßigen Wechsel der Schutzbekleidung durch. Aktuell hilft ein häufigerer Wechsel, mögliche Keimbelastungen noch zuverlässiger zu beseitigen. Bisher wöchentliche Kleidungswechsel sollten auf einen täglichen Rhythmus umgestellt werden. Ein bisher schon täglicher Kleidungstausch kann dagegen nach jedem Verlassen des Reinraumes erfolgen. Als Anhaltspunkt für die Wechselintervalle bietet sich an, die nächsthöhere GMP-Stufe zu Rate zu ziehen, als Ihrem Reinraum zu Grunde liegt. Beispielsweise kann eine Orientierung bei einem Reinraum GMP-C an den Vorgaben zum Kleidungswechsel nach GMB-B hilfreich sein.

Aber nicht jede Schutzbekleidung kann regelmäßig gewechselt werden. Das gleiche gilt für die mit den für den korrekten Kleidungswechsel notwendigen Einrichtungen. Hier ist es ratsam, eine regelmäßige Desinfektion vorzunehmen. Bei Schuhen sollte die Desinfektion täglich erfolgen, wohingegen die Sit-over-Bank bereits unmittelbar nach jeder Nutzung gereinigt werden sollte. Werden im Umkleidebereich entsprechende Desinfektionsmittel angeboten, kann deren Anwendung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbindlich vorgegeben werden.

Tipp #4 - Erhöhte Schutzmaßnahmen

Nicht nur im Übergang von Außenbereichen und eigentlichem Reinraum, sondern auch innerhalb des Reinraumes selbst lässt sich das Gefährdungspotential mit einfachen Mitteln deutlich senken.

In Abhängigkeit von der Sensibilität des Reinraums und der dort erledigten Arbeiten wechseln die Beschäftigten ohnehin in einem vorgegebenen Turnus ihren Mundschutz. Möglicherweise war ein strikter Wechselturnus bisher aber auch gar nicht nötig. Um einer möglichen schleichenden Verkeimung der Mundschutze und damit auch Ihres Reinraums entgegenzuwirken, sollten bestehende Wechselturnusse auf die halbe Dauer reduziert werden. Aus einem zweistündigen Wechselturnus wird so beispielsweise ein Wechsel nach jeder Stunde. Besteht derzeit noch gar keine Vorgabe zum Wechsel des Mundschutzes, sollte eine Festlegung zum Wechsel nach einer bis maximal zwei Stunden erfolgen.

Die Arbeitsplätze, Geräte und sonstigen Funktionsbereiche im Reinraum unterliegen strikten Reinigungs- und Desinfektionsplänen. Für „Nebenflächen“ gilt das in aller Regel nicht. Aber auch diese Flächen können zur Brutstätte für Keime werden. Die Empfehlung lautet hier daher aktuell, alle nicht unmittelbar im Arbeitsablauf integrierter Oberflächen ebenfalls regelmäßig zu desinfizieren. Gemeint sind etwa Türgriffe, Schubladen und Schranktüren, Telefone, Tastaturen und andere Bedienelemente, sowie Schreibtische, Ablagen und sonstige sporadisch frequentierte Bereiche. Generell sollten diese Oberflächen vorläufig in die Unterhaltsreinigung aufgenommen werden. Werden die im Reinraum beschäftigten Personen darüber hinaus für die Thematik sensibilisiert und mit geeigneten Desinfektionsmitteln ausgestattet, kann unterstützend eine Desinfektion der Flächen unmittelbar nach der Benutzung etabliert werden.

Tipp #5 – Schutzzonen und Reserven

Sowohl räumlich als auch personell lässt sich der Schutz eines Reinraumes weiter erhöhen und seine Funktionalität auch in der aktuell schwierigen Situation so weit wie möglich sicherstellen.

Mit der Schleuse und einer vorgelagerten Hygienezone (siehe Tipp #1) sind die Grundlagen für einen Keimfreien Reinraum gegeben. In der aktuellen Situation können weitere Maßnahmen das Schutzniveau weiter steigern. Dafür sollte die Keimbelastung auch in den unmittelbar um den Reinraum angeordneten Bereichen verringert werden. Eine solche Schutzzone lässt sich einfach erreichen, indem Arbeitsbereiche möglichst aus der unmittelbaren Umgebung des Reinraumes verlagert werden. Darüber hinaus sollte der Zugang zur Schutzzone auf die unbedingt erforderlichen Personen begrenzt werden. Zuletzt helfen trennende Maßnahmen, wie beispielsweise ein Spuckschutz, abgehängte Planen und andere vergleichbare Einrichtungen, die Trennung von Schutzzone und sonstigen Arbeits- und Wegbereichen weiter voran zu bringen.

Trotz intensiver Bemühungen kann es passieren, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Reinraum sich anderweitig mit Covid19 infizieren und vorübergehend nicht mehr zur Verfügung stehen. Um die Arbeitsprozesse nicht zu gefährden, kann häufig mit einfachen Prozessen eine operative Reserve für ausfallende Kolleginnen und Kollegen gebildet werden. Dazu sollten Personen anderer Bereiche, die mit den Vorgängen im Reinraum vertraut sind, strikt vom Reinraum getrennt werden. Ideal bietet sich das Homeoffice als Lösung an, um diese Menschen effektiv zu schützen und bei Ausfall der Personen im Reinraum als zeitweiliger Ersatz heranziehen zu können.


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