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Reinraumtechnologie auf ungebremstem Wachstumskurs

cleanzone Award
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Cafeteria
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Podiumsdiskussion
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Impressionen
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Interview Altenbach
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Interview Block
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Interview Buchta
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Interview Gommel
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Interview Hummel
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Interview Lotz
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Interview Moeder
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Interview Rosencrantz
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Interview Spoerri
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Interview Syring
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Interview Woycek
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Die Cleanzone 2016 hat es erneut gezeigt: Die Reinraumtechnologie ist in immer mehr Branchen unverzichtbar. Und so verzeichnete die Internationale Fachmesse mit Kongress für Reinraumtechnologie vom 8. bis 9. November 2016 in Frankfurt einen Anstieg an Besuchern wie Ausstellern aus dem In- und Ausland. Somit hat sich das Branchenevent im fünften Jahr seines Bestehens klar als Austauschforum für Anwender, Hersteller und Entwickler von Reinraumtechnologie positioniert.

Nach Angaben der Messe Frankfurt belegten die Aussteller in diesem Jahr gut 30 Prozent mehr Fläche. Die Zahl der Besucher lag mit 759 Besuchern aus 35 Ländern leicht über den Vorjahreszahlen (734 Fachbesucher aus 32 Ländern). Dieser Zuwachs an Internationalität erfreute auch die 86 Aussteller aus 12 Ländern, die insgesamt mit der Qualität der Fachbesucher hoch zufrieden gewesen sein sollen. Reinraum online hat sich mit eigenen Ohren bei den Ausstellern umgehört und konnte ein ähnliches Stimmungsbild ermitteln, wobei es durchaus auch kritische Anmerkungen gab. Die Fachbesucher der Cleanzone kamen aus allen Industrien, die im Reinraum oder Sauberraum produzieren, wie Automobil- und Halbleiterindustrie, Raum- und Luftfahrt, Laser und Optik, Oberflächentechnik, Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

Das Produktspektrum der vertretenen Anbieterfirmen reichte von Planung und Bau über Klima- und Lüftungstechnik, Verbrauchsmaterialien, Reinraumkleidung und - reinigung, Mess- und Regeltechnik bis hin zu Monitoring Systemen. Neben den ausstellenden Unternehmen präsentierten sich in Frankfurt auch drei wichtige Industrieverbünde: der Verein Interessengemeinschaft Pharmabau 3000 (VIP 3000), Cleanroom.de, ein Zusammenschluss von Unternehmen, die Lösungen für die Mikrotechnologie anbieten und das Cleaning Excellence Center Leonberg (CEC) zum Thema technische Sauberkeit. Damit erstreckte sich das Angebot der Cleanzone über alle Bereiche der Produktion unter kontrollierten Bedingungen.

Der Cleanzone Kongress, der mit einem durchaus internationalen und hochkarätigen Programm aufwartete, informierte insgesamt 103 Teilnehmer über aktuelle Themen in der Reinraumtechnik wie neue Normen und Richtlinien, Umgang mit Krisen bei der Fertigstellung sowie Haftung im digitalen Zeitalter. Das Programm war in die vier Kongressmodule „Einstieg in die Reinraumtechnik“, „Planung, Layout, Konstruktion“, „Qualifizierung“ und „Moderne Reinraumproduktion und Optimierungen im laufenden Betrieb“ unterteilt.

Die in der Mitte der Messehalle 4.0 (!) eingerichtete Cleanzone Plaza diente als zentrale Anlaufstelle und Kommunikationsplattform. Hier wurden Themen diskutiert wie Industrie 4.0, Nachwuchsförderung und die Frage, wie man einen guten Lieferanten erkennt. Außerdem wurde dort auch bereits zum fünften Mal der Cleanroom Award durch die ReinraumAkademie Leipzig verliehen. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis ging nach Publikumsvotum in diesem Jahr an das Adriatic Institute of Technology für die mobile Reinraumeinheit „Shellbe“. Das Modul aus einer innovativen Kunststoffkonstruktion eignet sich für den Einsatz als Krankenhaus, Labor oder Seuchenstation in Krisengebieten und strukturschwachen Regionen der Welt. „Shellbe“ zeichnet sich durch einen für eine mobile Einheit extrem hohen Hygienestandard aus und kann dank autarker Versorgung auch in Wüstenregionen oder im ewigen Eis aufgebaut werden. Das in der Frankfurter Messehalle aufgebaute Prototyp-Modul erregte dementsprechend die Aufmerksamkeit wohl aller Besucher.

Industrie 4.0 als Chance für Zukunft und Innovation

Zu den wichtigsten Themen und Trends der Messe gehörte zweifellos das, was neuerdings unter dem fast schon inflationär gebrauchten Schlagwort Industrie 4.0 zusammengefasst wird.  Hier stellt sich die Frage, ob dieses Buzzword eher eine Marketingstrategie oder tatsächlich ein großer Baustein zur Wettbewerbsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland ist. Unbestreitbar ist die fortschreitende Digitalisierung für alle Branchen, die im Reinraum produzieren, ein zentrales Thema geworden. In einer Welt, in der immer größere Teile des Produktionsprozesses in reinen Umgebungen stattfinden, müssen Fragen wie diese bearbeitet werden: Ist Industrie 4.0 die Chance für nachfolgende Generationen die Zukunft technologisch zu sichern? Wie lässt sich die Reinraumproduktion in den gesamten Produktionsprozess digital integrieren? Welche Chancen ergeben sich durch die Digitalisierung? Was macht den Unterschied zwischen Smart Grid und I 4.0? Ist die Digitalisierung die treibende Kraft für Innovationen im Reinraum?

An Antworten versuchten sich die Experten sowohl auf dem Podium, in Pressegesprächen wie auch mit Kunden und Anwendern. So plädierte Professor Gernod Dittel von Dittel Engineering diesbezüglich für mehr Mut zu neuen Wegen. Die Arbeit in Reinräumen werde sich durch die technischen Möglichkeiten der Industrie 4.0 drastisch ändern. Aus der Mensch-Maschine-Kommunikation werde die Maschine-Maschine-Kommunikation, Steuerungen ließen sich immer feiner justieren und besser überwachen. Doch der entscheidende und zum Teil wohl auch limitierende Faktor ist und bleibt für Dittel der Mensch. Innovationen kommen nicht von alleine, sondern müssen aktiv angestoßen werden. Viele Unternehmen scheuten das Risiko neuer Wege. Das Internet der Dinge schaffe viele Möglichkeiten, die der Reinraumbranche einen weiteren Schub geben könnten. Aber: Nur die Unternehmen, die sich den Zukunftsaufgaben offensiv stellen, werden seiner Meinung nach am Markt bleiben.

Eine weitere Expertenmeinung hierzu kam von Dr. Jörg Blechschmidt von der Future Management Group AG. Seine Thesen: Industrie 4.0 basiert auf einer umfassenden Erhebung und Echtzeit-Analyse von Maschinen- und Prozessdaten sowie deren dezentraler Kommunikation. Um die Potenziale von Industrie 4.0 für den Reinraum zu heben, ist ein Paradigmenwechsel erforderlich. Der Reinraum schafft nicht nur eine spezifische Umgebung für die Produktion, sondern er muss als integraler Teil der Produktionsanlage verstanden werden. Die einzelnen Module eines Reinraums müssen somit dieselben Anforderungen an Datenerfassung, Echtzeit-Analyse und dezentrale Kommunikation erfüllen. Der Reinraum wird sich in Zukunft eigenständig auf die jeweils aktuell durchgeführten Prozessschritte und deren Anforderungen einstellen, vorausschauend Parameter optimieren, sowie bei Bedarf aktiv auf die Produktion zurückwirken.

Hier nun einige Stimmen von Ausstellern, die wir in Frankfurt befragt haben:

Jiri Hrubon, Product Manager bei der aus Tschechien kommenden Firma Block Clean Room Solutions, die erstmalig in Frankfurt dabei war, äußerte sich sehr zufrieden über den prominent in Eingangsnähe platzierten Stand und die große Besucher-Aufmerksamkeit, die dem Firmen-Exponat zuteil wurde.  Auch bezüglich der Messegespräche äußerte er sich überaus positiv. Insbesondere am ersten Messetag sei die Resonanz gut gewesen und habe alle Erwartungen übertroffen. Man werde bei der Cleanzone im kommenden Jahr an diesen Erfolg anknüpfen, sagte Hrubon.

Ebenfalls zum ersten Mal als Aussteller auf der Cleanzone war MK-Versuchsanlagen und Laborbedarf. Das Unternehmen war mit seinem metallfreien Reinraum, der an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg errichtet wurde, ebenfalls für den Cleanroom Award nominiert. Dr. Dirk Rosencrantz, in der Geschäftsleitung des Unternehmens zuständig für Geschäftsentwicklung und Vertrieb, äußerte sich sehr positiv über die erstmalige Beteiligung seines Hauses: „Wir sind sehr positiv überrascht. Das Feedback, das wir als Nischenanbieter hier erhalten haben, ist überwältigend. Wir kommen fast nicht aus dem Erklären und Vorführen raus. Eine gelungene Kombination zwischen Imagebildung und Positionierung einerseits und tatsächlichen Abschlüssen andererseits.“ Auf der Lounges Ende Januar wird Dr. Rosencrantz seinen Worten nach zwar als Besucher, nicht jedoch als Aussteller vertreten sein.

Als Sprecher des AIT – Adriatic Institute of Technology SpA, dem diesjährigen Gewinner des Cleanzone Award, zeigte sich Felix Altenbach sehr positiv beeindruckt von der Messeresonanz. „Die Messe Frankfurt hat es geschafft, die Entscheider hierher zu holen. Die Resonanz auf unser System ist enorm. Für uns ist der Gewinn des Award mit dem Shellbe System ein ungeheurer Rückenwind, um nun mit dem Prototypen in den Vertrieb zu starten. Wir sind begeistert und werden auch im nächsten Jahr wieder mit dabei sein.“

Für Cédric Spörry von der Vali.sys GmbH aus der Schweiz war dies die fünfte Cleanzone und er vergab der Veranstaltung ohne zu zögern die Note 1. Mit dreifacher Präsenz durch die beiden Kooperationen mit mycleanroom.de und der Beteiligung an Shellbe konnte das Unternehmen seine Sichtbarkeit deutlich erhöhen. Viele neue Kontakte und reger Besuch durch Bestandskunden haben entsprechend die Entscheidung für eine Messebeteiligung 2017 vorgeprägt.

Dr. Udo Gommel vom Fraunhofer Institut IPA fand die Cleanzone in diesem Jahr gut besucht. Der Besucherverkehr sei gefühlt zwar ähnlich geblieben, doch die Kontakte seien wohl etwas internationaler geworden, meinte er. Über eine Beteiligung in nächsten Jahr wollte Dr. Gommel sich noch nicht äußern, sagte jedoch zu, auf der Lounges Anfang 2017 mit dem Fraunhofer IPA vertreten zu sein – da haben die Stuttgarter schließlich ein „Heimspiel“.

Auch Rino Woyczyk outete sich mit der Interessengemeinschaft VIP 3000 als „Wiederholungstäter“. Man sei bereits zum dritten Mal dabei und recht zufrieden mit dem Ergebnis der beiden Tage. „Wir haben uns in diesem Jahr für einen Gemeinschaftsstand entschieden, zusätzlich zu den Einzelständen, um den Mitgliedern zu ermöglichen, mal zu „schnuppern“. Das Echo ist allerdings sehr unterschiedlich: Diejenigen mit Produkten im Angebot haben bisher sehr gute Resonanz bekommen, die Dienstleistungsanbieter haben es da etwas schwerer.“ Was das Serviceangebot der Messe Frankfurt für die Aussteller und Besucher angeht, hat Woyczyk ein paar gute Verbesserungsvorschläge: „Schon ein Wasserspender in jeder Hallenecke würde hier gut tun. Messeluft ist trocken und dann könnte man sich immer mal einen Schluck aus dem Wasserspender holen.“ Insgesamt will Woyczyk aber die Messegesellschaft mit einem „weiter so“ ermutigen.

Auch beim Deutschen Reinraum Institut, das erstmals auf der Cleanzone mit eigenem Stand vertreten war, herrschte Zufriedenheit mit dem Messeergebnis. Egon Buchta sagte: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, hier zum Thema Industrie 4.0 und zur Frage Stellung zu nehmen, wie weit dieses Thema Einfluss auf die Reinraumbranche hat. Ganz allgemein gesprochen, ist der Messebesuch sehr gut. Es zeichnen sich ganz konkret manche Projekte ab, vor allem in der Ausbildung unter dem Aspekt des Reinraums. Ich gehe ferner davon aus, dass das Deutsche Reinraum Institut auch im kommenden Jahr auf dieser Messe vertreten sein wird.“ Nicht ganz ohne kritischen Unterton wünschte sich Buchta, dass die Messe Frankfurt in Zukunft die Besucher noch  etwas besser „abholt“, was angesichts des riesigen Messegeländes im Verhältnis zur doch kleinen Messe Cleanzone in diesem Jahr seiner Meinung nach nicht ausreichend gelungen ist.

Reiner Hummel von der Aeropur GmbH bewertete die Messe als „gut in Anbetracht der Tatsache, dass sie nur zwei Tage dauert und nur eine halbe Messehalle belegt“. Seinetwegen hätten ruhig mehr Kunden den Weg auf die Cleanzone finden können, die einen Reinraum bauen oder Luft reinigen wollen. „Wir hatten zwar viele Kontakte, aber leider zu wenige echte Kundenkontakte. Dennoch gehen wir mit einem guten Gefühl nach Hause“, sagte er abschließend.

Auch Meik Syring von Tresolid sagte auf die Frage nach dem Resümee, dass er ziemlich zufrieden war. Er war neben seiner Beteiligung am VIP 3000-Stand mit einem eigenen kleinen Stand vertreten und geriet angesichts der internationalen Kontakte durchaus ins Schwärmen. Konstruktive Kritik äußerte er hinsichtlich der Beleuchtung und – für einen designorientierten Anbieter nur konsequent – im Hinblick auf das Messe-„Ambiente“.

Professor Gernod Dittel von Dittel Engineering würdigte die Cleanzone als „kleine Fachmesse mit Oho“ und stellte für sein Unternehmen fest, dass sich die Qualität der Besucher erhöht hat. Im fünften Messejahr ist er nun als Aussteller in Frankfurt und will auch 2017 dabei sein. Dittel ist mit seinem Ingenieurbüro wesentlicher Projektpartner am Award-winning Prototyp von „Shellbe“ und sieht aufgrund guter Kontakte nun die Chance, das System bis zum Sommer auf den Markt zu bringen.

Alles in allem war die Cleanzone 2016 ein Erfolg – für die Messe Frankfurt wie auch für die ausstellenden Firmen und ihre Besucher. Die nächste Cleanzone findet am 17. und 18. Oktober 2017 in Frankfurt am Main statt.


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