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10. Benediktbeurer Reinraumtage ? 4./5. mei 2011
In der Medizintechnik; Pharmaindustrie und in der Chipindustrie ist das Arbeiten in kontrollierter Umgebung seit Jahren Standard und für alle an den Prozessen beteiligten Mitarbeiter trotz des hohen Anspruchs an Disziplin zur Gewohnheit geworden. Produkte, Medien und Prozessmittel, auch Menschen, die in die Fertigungszellen eingeschleust werden, unterliegen definierten Reinigungsvorschriften.
Die ständig steigenden Qualitätsansprüche an Bauteile zur Gewährleistung ihrer Funktionsfähigkeit erfordern bei ihrer Herstellung zunehmend Lösungen, um unvorhergesehene Einflüsse aus der Produktionsumgebung einzuschränken oder bestenfalls sogar auszuschließen. Dies hat dazu geführt, dass sich in den letzten Jahren der Trend zu ?reinen Fertigungen? immer weiter ausgebreitet hat und auch neue Anwendungsfelder erschlossen wurden. Die Motivation ist hierbei sehr unterschiedlich: Beispielsweise lassen sich in der Lichtindustrie durch die reinen Umgebungen die optischen Eigenschaften der Bauteile deutlich verbessern und störende Lichtbrechungen durch eingeschlossene Verunreinigungen vermeiden. In der Medizintechnik hilft der Einsatz einer ?sterileren? Produktion, die Belastung auf die häufig eingesetzten Kunststoffartikel zu reduzieren und somit kostengünstigere Werkstoffe einzusetzen. In der Automobilindustrie spielt u.a. in sehr vielen Fällen die optische Anmutung die entscheidende Rolle. In vielen Fällen hilft bei der Herstellung von Kunststoffteilen für die Medizintechnik eine unter strengen Randbedingungen durchgeführte sterile Produktion für das Gesamtsystem (das gesamte Gerät), deutlich Kosten einzusparen.
Vor 15 Jahren wurde das Thema ?Produktion von Kunststoffartikeln unter reinen Umgebungen? zum ersten Mal in Heilbronn unter der Leitung von Dr. Erwin Bürkle und Prof. Dr. August Burr für eine Tagung aufgegriffen. Die damalige Tagung, auch die folgende, gaben sicherlich den Anstoß zum Umdenken in der Branche, und die Sensibilität bei der Herstellung anderer, neuer Produkte mit hohen Qualitätsansprüchen wurde geschärft. So findet man heute Reinräume neben den angestammten Bereichen vor allem bei der Herstellung von technischen Bauteilen mit höchsten Ansprüchen an die Oberflächenqualität (Pianolackeffekte, Displays, nanostrukturierte Oberflächen etc.). Je nach Anforderung des Artikels muss die dafür notwendige Umgebung angepasst werden und auch die Qualitätssicherungs- und Dokumentationsmethoden entsprechend angepasst werden.
Die daraus resultierenden aktuellen Themen und Anforderungen werden seit 10 Jahren auf den Benediktbeurer Reinraumtagen unter der Leitung von Prof. Gernod Dittel, Dr. Erwin Bürkle und Prof. Peter Karlinger vorgestellt und im Kreise des teilnehmenden Fachpublikums diskutiert. Zum 10-jährigen Jubiläum werden Dr. Bürkle und Prof. Dr. Burr einen Rück- und Ausblick auf die Thematik geben. Frau Prof. Dr. Kappstein wird uns in ihrem Plenarvortrag die Bedeutung der Hygiene im klinischen Alltag aufzeigen und allen Teilnehmern sicherlich wichtige Anregungen für kommende Produktanforderungen geben.
In einem weiteren Block werden für Produkte aus dem Life-Science-Bereich die gesamte Prozesskette, von der Produktentstehung bis hin zu den notwendigen Anforderungen für die Herstellung, vorgestellt. Die Firma Wild & Küpfer wird einen Erfahrungsbericht über den Einstieg in die Medizintechnik geben und den Teilnehmern die Leiden und Freuden der Technologie berichten.
Nicht vergessen werden auch in diesem Jahr die Berichte zu einzelnen Fachbereichen der Reinraumtechnik. Erwähnenswert ist hier insbesondere ein Vortrag mit einer Live-Vorführung für die Bekleidung von der Firma Dastex sowie mehrere Beiträge zu den Themen Normung und Prozessmittel unter Reinraumbedingungen.
Zum Abschluss der 10. Benediktbeurer Reinraumtage wird das bei der Produkteinführung dauerhaft geführte Thema ?Reine Produktion – Für und Wider? unter Leitung von Dr. Bürkle und Prof. Dr. Wintermantel in Form einer Plenardiskussion intensiv durchleuchtet.

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